Noch nicht lange ist die seit Januar 2026 im Handelsregister eingetragene Eday GmbH aus Ahrensfelde, am Berliner nordöstlichen Stadtrand, im Besitz des Wohnblocks am Brunsbütteler Damm 333 bis 343, nahe Zweiwinkelweg, am westlichen Stadtrand in Staaken. Und doch wurde in kürzester Zeit für gehörig viel Ängste und Unsicherheiten unter den Mieter:innen gesorgt, ganz besonders bei den älteren Generationen. Nach wohl gezielt geschürten Gerüchten von geplanter Umwandlung in Eigentumswohnungen sind seit den letzten Septembertagen Beauftragte der Eigentümerin, im Stile von Drückerkolonnen von Tür zu Tür unterwegs, um Unterschriften zu erpressen unter eine rechtskräftige “Mieterhöhungsvereinbarung”:
Gegen eine satte Erhöhung der Nettokaltmiete, von rund 40 – 70%, ab 1. Januar 2027 wird im Gegenzug ein zeitliche beschränkter, meist jahrelanger und sogar auch lebenslanger “Schutz vor Kündigung wg. Eigenbedarf bzw. wirtschaftlicher Verwertung” (nach §§ 573 Abs.2 +3; 573a BGB) geboten.
Da gibt es nur folgende Ratschläge:
- die Vereinbarung NICHT unterschreiben!
- falls unterschrieben, Widerspruchsformular ausfüllen, unterschreiben absenden
- TOP-RAT und Unterstützung einholen beim AMV Kontakt via
kostenlose Sprechstunde im Auftrag des Bezirksamts – dienstags 8-10 Uhr im
Staakentreff BrunsbüttelerDamm 267 Ecke Magistratsweg
Dazu folgendes Statement von Marcel Eupen vom Alternativen Mieter- u. Verbraucherschutzbund Spandau:
Das perfide Spiel mit der Angst
„Es ist an Chuzpe nicht zu übertreffen, mit welcher Dreistigkeit vorliegend versucht wird, die Unsicherheit, Unerfahrenheit und Unkenntnis der betroffenen Mieterinnen und Mieter auszunutzen. Den Mietern, die Angst haben, ihre Wohnung und damit ihr Dach über dem Kopf zu verlieren, wird vorliegend eine Mieterhöhungsvereinbarung nahezu untergejubelt, die sie unter Ausnutzung der persönlichen Überrumpelung unterschreiben.
Die Vermietervertreter nutzen hierbei geschickt und dreist die emotionale Ausnahmesituation der Mieter aus. Sie setzen auf Überrumpelung und Überraschungseffekt. Die Mieter sind auf die Situation nicht eingestellt. Ihre psychologische Abwehrbereitschaft ist in ihrer gewohnten Umgebung geringer. Hinzu kommt: Viele Mieter haben Hemmungen, fremde Personen unhöflich abzuweisen. Die Erziehung zu sozialem Wohlverhalten wird hier gegen die Mieter verwendet. Ihnen wird eine vermeintliche Sicherheit vorgegaukelt. Es entsteht unbewusst das Bedürfnis, sich durch eine Unterschrift aus der Situation zu befreien.
Vorliegend scheint jedes Mittel recht zu sein, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Obwohl der Berliner Mietspiegel lediglich eine maximale Mieterhöhung von 15 % in drei Jahren erlaubt, werden vorliegend Mieterhöhungen von über 70 % abverlangt.
Ich empfehle jedem Mieter, die Mieterhöhungsvereinbarung beim „Hausbesuch“ auf keinen Fall zu unterschreiben, sondern um Bedenkzeit zu bitten, sich den Entwurf aushändigen zu lassen und juristische Beratung zu suchen, etwa durch die kostenlose bezirkliche Mieterberatung des Bezirksamts Spandau.
Die nächste Beratungsstelle finden die betroffenen Mieter gleich um die Ecke :
Staakentreff, Brunsbütteler Damm 267, 13591 Berlin, dienstags 8-10 Uhr.“
Übrigens:
Die Eday GmbH hat ihren Sitz im brandenburgischen Ahrensfelde nur einen kurzen Steinwurf entfernt von Berliner Hoheitsgebiet. Dort in dem 3 stöckigen Haus der Bergstraße 4 sind neben dem Höhne-Baubetrieb noch gut ein halbes Dutzend Immobilienunternehmen ansässig – mindestens drei davon mit einem Geschäftsführer aus der Höhne-Familie.
Die von der Eigentümerin beauftragte Immonetz Konzept GmbH aus Kramerhof am Rand von Stralsund, stellt sich im Netz als kreativer “Immobilienoptimierer” vor, bei Verkauf oder Vermietung und ganz besonders fett hervorgehoben bei dem Thema Mieterhöhung.

Schreibe einen Kommentar